Der tropfen- bzw. tränenförmige Querschnitt eines Bergfriedes am Beispiel der Burg Forchtenstein

Die in Mitte von Burgenland, eines der neun Länder Österreichs, gelegene Burg Forchtenstein gehört zu den meist bekannten und gerne besuchten Sehenwürdigkeiten in der Region. Vom Osten nur durch eine Serpentinenstrecke zu erreichen, öffnet sie ihr einziges Tor aus der westlichen Seite. Hier, direkt vor dem Haupteingang, scheinen die monumentalen Mauern und ein durch seinen tropfen- bzw. tränenförmige Querschnitt charakteristicher Bergfried, subjektiv noch größer zu sein, als aus einer ca. 6 km erntfernten Perspektive der Burgenland Schnellstraße S31.

Der ursprünglich im späteren Mittelalter gebaute, schließlich fünfzig Meter höhe Wehrturm mit bis zu sieben Metern dicken Mauern – „Schwarzer Turm“, ein Wahrzeichen der Burg Forchtenstein – hat keine Fenster. Auch die Öffnungen oben, die sogenanten Schießscharten, die allerdings bei Bedarf auch nur zur Beobachtung der Umgebung von Burg dienen konnten, weisen auf den Zweck des Turms hin, nämlich einen Ort der letzten möglichen Verteidigung, einen Bergfired, wie man solche nicht dauerhaft bewohnten Wehtürme nannte. Was jedoch überrascht, ist sein Querschnitt: ein Tropfen oder eine Träne, was am besten genau vom Westen so deutlich zu sehen ist. Wie man erraten kann, sollte eine solche Form die Wirkung von Artilleriegeschossen minimieren, die aus dem Westen abgefeuert – wo die Annäherung an die Burg und Einstellung von Kanonen am einfachsten war –, mit etwas Glück für die Verteidiger seitlich rutschen würden, anstatt den Turm mit voller Kraft zu treffen.