Ein Album mit bunten Landkarten, ein Atlas voller Vögel, Säugetiere und Insekten, ein Lexikon mit historischen Data und Ereignissen, ein Wörterbuch – und das alles weder mit Strom, noch einem Operationssystem oder elektromagnetischer Strahlung… Ich muss mich aber so langsam damit abfinden, dass all diese, in der Vergangenheit noch nützlichen Gegenstände, das Rennen um die beste und schnellste Datenübertragung mit der sogenannten Gebrauchselektronik verlieren:

• Eine Weltkarte, jederzeit und überall verfügbar, welche den exakten Standort eines Geräts anzeigt;
• eine sich regulär aktualisierende sowie höchstausgebaute Internetenzyklopädie;
• virtuelle Reisen durch die verschiedensten Museen und Zugang zu digitalisierten, bibliothekarischen Ressourcen sowie
• eine Internetseite, welche imstande ist, ganze Absätze, ohne an Sinn und Stil zu verlieren, zu übersetzen.

All dies in einer billigen und einfachen Form. Was will man mehr?

Einiges….

Ich zum Beispiel, fühle mich trotz der ganzen, überwältigenden Technik nicht gesättigt. Ich hätte z.B. gerne ein Handy in Form eines Blattes. Meine Augen würden sich über seine feine, grüne Struktur freuen und ich könnte es einfach zusammenrollen und in eine schmale, hölzerne Schatulle stecken.

Als Kompass und Landkarte könnte mir ein in meinen Körper eingebautes System zum Spüren des Erdmagnetfeldes sowie das Beobachten des Himmels, der Windrichtung und der Tiermigration dienen. Diese Fähigkeiten könnte ich, anstatt mich permanent von elektromagnetischen Wellen, welche momentan tagtäglich jede einzelne Zelle meines Körpers durchdringen, bestrahlen zu lassen, allmählich erlernen.

Ebenso könnte ich lernen, auf eine natürlichere Weise zurecht zu kommen, so wie die Polynesier, welche ihren Weg durch den Ozean allein durch die Bewegungen der Wellen auf dem Meer geschickt steuern konnten.

Ein Blatt, welches ich mit Bewunderung betrachtete

Nach fünf langen, auf den gewittrigen Wellen des Windowsum Serverum verbrachten Tagen, schalte ich endlich all meine elektrischen Geräte aus und schreibe nur noch mithilfe eines traditionellen Kugelschreibers und einem Blatt Papier, bestehend aus Zellulose, diesen Artikel hier zu Ende. Alles, was ich im Moment höre, ist das Ticken zweier Wanduhren – nämlich der in der Küche und jener im Wohnzimmer. Zwar ist dieses Ticken nicht reich an verschiedenen Tönen, wie zum Beispiel bei zwitschernden Vögeln, jedoch bewirkt die Monotonie der durch die Uhr erzeugten Töne bei Menschen eine Art Gedankenlosigkeit, was wiederum langsam zu einem angenehmen Einschlafen führt.

Obwohl meine Augen daran gewöhnt sind, Tag für Tag unzählige Impulse aus der menschlichen Welt zu empfangen, herrscht in ihnen immer Lust auf mehr, sodass ihr Appetit ewig ungesättigt bleibt. Folgendes werde ich also tun: Ich gönne ihnen durch das Schließen meiner Augenlider ein wenig Ruhe, jedoch rufe ich nochmal ein Blatt, welches ich mit Bewunderung während meiner Reise durch Linz betrachtet hatte, in Erinnerung.

Die Regentropfen auf seiner Oberfläche hatten sich nämlich zu einem kleinen Herz geformt.

Hüte deine Augen

1. Neben dem Monitor auf meinem Schreibtisch stehen einige Pflanzen mit vielen Blättern, welche bei deren Beobachten meinen ermüdeten Augen als Entspannung dienen.
2. Ich versuche täglich, zwei Stunden vorm Schlafengehen nicht mehr auf Handy-, Tablet- sowie Monitor-Displays zu schauen, da dessen spezifisches, künstliches Licht sicherlich der Arbeit des Gehirns schadet, was wiederum zu Schlaflosigkeit führt.
3. Ich verfüge über keinen Fernseher.