In einem der geräumigen, modernen Atrien eines Handels- und Unterhaltungszentrums, und zwar der Millennium City, kann ein Gast, der auf der Suche nach kulinarisch-kulturellen Eindrücken und Erfahrungen ist, verschiedenste Speisen aus der amerikanischen, chinesischen, indischen, japanischen, mexikanischen, mongolischen sowie italienischen Küche probieren.

Da ich stets davon überzeugt bin, dass das Gewicht des servierten Essens zu dessen Wert deutlich beiträgt, habe ich mich erneut dazu entschieden, einen gastronomischen Anhaltspunkt des Zentrums zu besuchen, und zwar jenen, welcher zu den Kreisen der asiatischen Küche zählt.

Bitte!

Am Essensstand angekommen, begrüßte ich aufgeregt, bald meinen Hunger stillen zu können, auf freundliche Art und Weise die Verkäuferin. Leider begegnete meine Freude einer Mauer voller Gleichgültigkeit, genauer gesagt mit einem gelangweilten und raschen „Bitte!“. Ohne mich durch die aus der Sicht einer polnisch sprechenden Person arrogante Begrüßung einschüchtern zu lassen, erneuerte ich den Versuch, durch eine weitere, nette Geste und ein fröhliches Lächeln, den Kontakt zu jener noch ganz jungen Frau zu erstellen, jedoch ohne Erfolg. Ein weiteres Mal empfang ich jenes deutsche Wort, welches schnell und gefühllos ausgesprochen von manchen als unhöflich gesehen werden kann. Doch erwartete mich eine nette Überraschung.

Die Portion

Die Verkäuferin legte mir die größte Portion, die ich während der letzten paar Monate in jenem Restaurant erhalten habe, zu. Dieses Phänomen regte mich zum gründlichen Nachdenken über das soeben entstandene kulinarisch-kulturelle Dilemma während des Verspeisens der ungewöhnlich großen Portion an:

Zahlt es sich eher aus, von einer sympathischen Verkäuferin bedient zu werden, aber nur eine gewöhnliche Portion zu erhalten oder doch lieber auf eine desinteressierte, dafür aber großzügige Person zu stoßen?