Kaiserin Elisabeths Wanderungsroute zum Achensee

Poetische Eindrücke der Kaiserin Elisabeth während ihrer Wanderungsroute zum Achensee in Tirol im Jahre 1887.

Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sisi, hat sich schon immer nach ihrer Heimat Bayern gesehnt. Besonders angetan war ihr das Tegernseer Schloss, wo ihre Eltern Max Joseph und Ludovika geheiratet hatten. Ihrer Mutter gehörte auch der nahegelegene Kurort Kreuth. Sisi besuchte diese Gegend gerne und unternahm von dort aus gerne Ausflüge.  In der Regel mied sie die Gesellschaft und brachte ihre poetischen Eindrücke bereitwillig zu Papier. Zwischen 1885 und 1888 schrieb sie ihren bekanntesten Gedichtband[1], in dem sie ihre inneren Gedanken und Sorgen festhielt. Sie drückte auch ihre Bewunderung für die Schönheit und Majestät der Natur aus. 1887 unternahm sie von Kreuth in Bayern aus eine landschaftlich reizvolle Route über den Achenpass zum Achensee, der bereits auf österreichischer Seite in Tirol lag. Die Kaiserin schwelgte nach eigenem Bekunden in der wunderschönen Landschaft der Natur. In einem Gespräch mit ihrer jüngsten Tochter Valerie betonte sie:

Jedes schöne Land ist ein Poem Jehovas, und seine Gedichte sind unerschöpflich an Menge, Schönheit und Mannigfaltigkeit.”[2]

Die Kaiserin las Valerie eifrig ihre Gedichte vor, die ihrerseits die Leichtigkeit bewunderte, mit der ihre Mutter sie schrieb. Die Zeit zwischen 1885 und 1889 kann als die fruchtbarste in Elisabeths dichterischem Schaffen angesehen werden. Die Analyse ihres Poetischen Tagebuchs ermöglicht es, tiefer in die Welt ihrer geistigen Erfahrungen einzutauchen und ihrem wahren Bild näher zu kommen.


[1] Vgl., Hamann, Brigitte (Hrsg.). Kaiserin Elisabeth, Das poetische Tagebuch. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften: Wien, 1997; S. 12.
[2] Conte Corti, Egon, Caesar. Elisabeth »DIE SELTSAME FRAU«. Graz, Wien, Köln: Verlag Styria, 1953; S. 388.

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Autor: Veröffentlicht im: 2023/11Zuletzt aktualisiert im: 2023/11Kategorien: Literatur, ÖsterreichSchlüsselwörter: Aufrufe: 572